Schulseelsorge an der EHS
Markus Ihle-Möhrlein
EHS-Schulpfarrer und -seelsorger
Als Schulseelsorger an der EHS
- stehe ich in der EHS jedem Kind, Jugendlichen und Erwachsenen zum vertraulichen Gespräch zur Verfügung.
- unterliege ich der seelsorgerlichen Schweigepflicht.
- liegt mir am Herzen, dass sich jeder Mensch der EHS wohl fühlen kann.
- bemühe ich mich um die Gestaltung der Schule als Lebensraum.
- begleite ich das Schuljahr durch die Gestaltung des Grünen Tuches.
- weiß ich um die Einzigartigkeit und Würde eines jeden Menschen.
- ist mir die 5.Klässlerin genauso wichtig wie der Schulleiter.
- kann ich leicht erreicht werden:
• per E-Mail: ehs-schulseelsorge@web.de
• per Lehrerzimmer
• oder per Sekretariat.
Ihr Markus Ihle-Möhrlein
Die Schulseelsorge ist ein Angebot der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau für alle an der EHS und wird aus Kirchensteuermitteln finanziert.
Nicht peinlich!
„So etwa fünf bis sechs Seelsorge-Gespräche führe ich jede Woche“, antworte ich der Schülerin auf ihre Frage. „Dann braucht es mir ja auch nicht peinlich zu sein!“, stellt sie erleichtert fest und lässt sich auf das Vier-Augen-Gespräch mit mir ein.
Von ihrer Klassenlehrerin hatte ich von ihr und den Konflikten in
der Klasse erfahren. Sie ist sehr direkt, redet nicht lange um den
heißen Brei herum, sagt, was sie denkt. Ihre offene Art ist mir
sympathisch, aber ich verstehe auch, dass sich manche in ihrer Klasse
und einige ihrer Lehrer damit schwer tun: Wenn ihr etwas nicht
gefällt, dann tut sie das sofort lautstark kund. Das hat zu
Irritationen und Auseinandersetzungen geführt. Inzwischen ist sie
isoliert. Die anderen halten sie auf Distanz. „Alles
Idioten!“ ist ihr erster Kommentar auf meine Frage nach ihrer
Klasse. So ist sie eben.
Wir nehmen uns Zeit, ihre Situation etwas genauer zu besprechen. Auf
meine Fragen antwortet sie bereitwillig. Nicht alle in ihrer Klasse
sind „Idioten“, höchstens nur einige..., eigentlich
niemand. „Ich würde an ihrer Stelle wohl auch so
handeln.“, stellt sie fest. „Mit mir kann man eben nicht
auskommen!“, sagt sie traurig. Gemeinsam überlegen wir
Möglichkeiten der Veränderung. Sie hat selber ein paar gute
Ideen, was sie anders machen könnte, damit die anderen es leichter
mit ihr haben. Sie will es versuchen ...
- So wie mit dieser beispielhaften Schülerin führe ich viele Gespräche:
- Da ist der überforderte 5-Klässler, der sich im Unterricht bemüht, es aber einfach nicht schafft. Alles ist so schwer! Er leidet, das sehe ich ihm sofort an. Am meisten beschäftigt ihn, dass er seine Eltern so enttäuscht. Ihre Traurigkeit fürchtet er mehr als jeden Ärger oder Hausarrest.
- Da ist die 15-Jährige, die am liebsten von Zuhause ausziehen würde, weil das Zusammenleben mit den Eltern so stressig ist.
- Da ist der 17-Jährige mit Liebeskummer...
- Da sind mehrere Jugendliche, denen ein Elternteil schwer erkrankt ist und dessen Sterben sie befürchten.
- Da sind Schülerinnen und Schüler, die sich um Freunde sorgen, weil diese Drogen nehmen, an Magersucht leiden oder sich ritzen.
- Da sind Lehrerinnen und Lehrer ...
- Da sind Väter und Mütter ...
„Und wie geht es Dir jetzt?“, frage ich die
Schülerin am Ende unseres Gespräches. „Besser!“,
antwortet sie, „Danke. Es war überhaupt nicht
peinlich...“
