Elly Heuss-Knapp

Eine Streiterin für die Rechte der Frauen   

Frauenpersönlichkeit, Sozialpolitikerin und Präsidentengattin 

Am 25. Januar 1891 in Straßburg als Tochter des Nationalökonomen Georg Friedrich Knapp geboren, starb sie am 19. Juli 1952 in Bonn als Gattin des Altbundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuss. Befreundet mit Albert Schweitzer, repräsentierte sie, wie einer entsprechenden Zeitungsnachricht zu entnehmen ist, eine "hervorragende Frauenpersönlichkeit echten Menschentums und natürlicher Würde".

Als Gründerin des nach wie vor wirksamen und unverzichtbaren Deutschen Müttergenesungswerkes, das sie 1950 ins Leben rief und für das sie sich in ihren letzten Lebensjahren mit aller Kraft einsetzte, machte sie ihren Namen unvergänglich. Die Verbindung von Klugheit, Energie und Herzensgüte, die sie auszeichnete, ist heute selten geworden und mit Sicherheit vorbildlich.

Elly Heuss-Knapp rief schon vor dem Ersten Weltkrieg die Frauen auf, von ihrem Wahlrecht, sobald sie es hätten, mit Verstand Gebrauch zu machen und verfasste in diesem Zusammenhang schon im Jahr 1910 eine "Bürgerkunde und Volkswirtschaftslehre für Frauen". Nach dem Zweiten Weltkrieg wusste sie in Reden über politische, soziale und ethische Probleme der drohenden politischen Apathie entgegenzuwirken und dem Wiederaufbau zu dienen. In diesem Sinn wirkte sie als Abgeordnete des württemberg-badischen Landtags von 1946-1949. Ihre Lebenserinnerungen fasste sie in ihrem Buch "Ausblick vom Münsterturm" eindrucksvoll zusammen.

Dass der Schule nicht der eigentlich richtige Name "Elly-Heuss-Knapp-Schule" gegeben wurde, leuchtete den Verantwortlichen seinerzeit aus "praktischen Gründen" ein. Aus heutiger Sicht ist es jedoch nicht unbedingt einzusehen, dass der emanzipatorische Aspekt, den Elly Heuss-Knapp mit der Beibehaltung ihres "Mädchennamens" betonen wollte, damals nicht beachtet wurde.