Alle Schülerinnen und Schüler lernen Elly Heuss-Knapp und Theodor Heuss kennen

Bis zu den Herbstferien macht eine Ausstellung aus dem Stuttgarter Theodor-Heuss-Haus in Wiesbaden Station. Sie wird im Ballsaal des Casinos der Elly-Heuss-Schule gezeigt und besteht aus zwölf Stationen. Bereits im Jahr der Erarbeitung, 2015, hat Studiendirektor Holger Stunz die Ausstellung für Wiesbaden vorgemerkt.

Seitdem ist die Wanderausstellung fast täglich im Einsatz. Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Abschlussklasse haben Kurzführungen und ein Quiz erarbeitet, mit deren Hilfe die Schulklassen 45 Minuten auf den Spuren des Ehepaares Heuss wandeln. Die beiden haben ein „Leben für die Demokratie“ gelebt, so auch der Titel der Schau.

Bekannt ist Theodor Heuss noch als erster Bundespräsident, schon kaum mehr als Schriftsteller. Die in einem Professorenhaushalt in Straßburg aufgewachsene Elly Heuss-Knapp engagierte sich zeit ihres Lebens für Mitmenschen, insbesondere für benachteiligte Frauen, z. B. im Ersten Weltkrieg, später dann aber auch als Gründerin des Müttergenesungswerkes.

„Das Gute an der Ausstellung ist, dass sie die beiden in ihren Zeitzusammenhang stellt, nur so kann man sie verstehen. Dabei ist es auch erleichternd, dass sie als Paar vorgestellt werden, das gute und schlechte Zeiten durchläuft – insbesondere politisch gesehen“, so Oberstufenschüler Fin, der einer der Führer durch die Ausstellung ist. Die Ausstellung ermöglicht durch ein Farbsystem eine gute Orientierung. Multimediastationen bringen das Heuss-Ehepaar auch zum Klingen. Auch zum Entdecken gibt es das eine oder andere: Schubladen und Blenden, die mehr verraten.

Ergänzt wurde die Stuttgarter Schau durch lokale Besonderheiten – z. B. zu Orten, die in der Region Theodor Heuss gewidmet sind; zu anderen Schulen, die nach seiner Frau benannt wurden oder zu Besuchen von Heuss in Wiesbaden nach dem Zweiten Weltkrieg. Sogar ein Zeitungsbild aus dem Jahr 1957 hat sich gefunden, auf dem der damaligen Schulleiterin ein von Theodor Heuss gewidmetes Bild überreicht wird. Seine Frau war 1952 verstorben, 1955 erhielt die Schule am Boseplatz ihren neuen Namen. Für die Mädchenschule ein Zeichen von Selbstbewusstsein und Emanzipation. Umso mehr ist es schade, dass der für sie so charakteristische Doppelname in Wiesbaden „abgeknappst“ wurde. Auf diese Weise ist sie die einzige Elly-Heuss-Schule Deutschlands. Die Ausstellung wandert im Oktober wieder weiter. An ihre Schulpatronin sollen sich die Schülerinnen und Schüler jedoch noch länger erinnern.

Am Mittwoch, den 13. September 2017, findet um 18 Uhr eine öffentliche Führung in der Ausstellung statt. Zu ihr ist jedermann herzlich eingeladen. Eintritt ist frei. Treffpunkt ist das Casinogebäude (früher VHS).

hrs

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