Widerstand begreifen. Geschichte, die nachwirkt.
- 22. April 2026
Vergangenen Freitag war die Journalistin und Autorin Ruth Hoffmann (u. a. Raubzug von Rechts) im Geschichtsunterricht der 10f und Frau Sokol zu Gast. Der Workshop, organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung, widmete sich der Frage, was Widerstand bedeuten kann – damals und heute.
Im Zentrum stand das Schicksal des jungen Widerstandskämpfers Helmuth Hübener. Dass er im gleichen Alter war wie die Schülerinnen und Schüler der 10f selbst, machte die Auseinandersetzung besonders eindringlich und ließ historische Distanz schwinden. Anhand von Archivmaterialien wie Prozessakten, Flugblättern und Gerichtsurteilen erschlossen sich die Schülerinnen und Schüler die Logik eines Systems, das Widerspruch nicht duldete. Hübener wurde für seine Flugblätter vom NS-Regime verurteilt und im Alter von 17 Jahren hingerichtet. Einzelne Bilder und Dokumente wirkten dabei über den Moment hinaus nach.
Im weiteren Verlauf öffnete sich der Blick über die historische Situation hinaus: Es ging um Unterschiede zwischen Diktatur und Demokratie, um Handlungsspielräume und auch darum, dass Entscheidungen nicht erst im Ausnahmezustand beginnen. Widerstand erschien dabei nicht nur als spektakulärer Akt, sondern auch in seinen leiseren Formen: im Hinterfragen, im Nicht-Mitmachen, im bewussten Positionieren.
Rückblickend bleibt Helmuth Hübeners Geschichte für die Schülerinnen und Schüler als etwas, das Nähe hergestellt hat – emotional wie gedanklich. Sie hat angestoßen, über eigene Möglichkeiten nachzudenken, über Verantwortung im Kleinen wie im Großen und über den Wert einer Demokratie, die Schutzraum und zugleich Aufgabe ist.
Fotos: Uta Becker



