Widerstand begreifen. Geschichte, die nachwirkt.

Ver­gan­ge­nen Frei­tag war die Jour­na­lis­tin und Autorin Ruth Hoff­mann (u. a. Raub­zug von Rechts) im Geschichts­un­ter­richt der 10f und Frau Sokol zu Gast. Der Work­shop, orga­ni­siert von der Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung, wid­me­te sich der Fra­ge, was Wider­stand bedeu­ten kann – damals und heute.

Im Zen­trum stand das Schick­sal des jun­gen Wider­stands­kämp­fers Hel­muth Hübe­ner. Dass er im glei­chen Alter war wie die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der 10f selbst, mach­te die Aus­ein­an­der­set­zung beson­ders ein­dring­lich und ließ his­to­ri­sche Distanz schwin­den. Anhand von Archiv­ma­te­ria­li­en wie Pro­zess­ak­ten, Flug­blät­tern und Gerichts­ur­tei­len erschlos­sen sich die Schü­le­rin­nen und Schü­ler die Logik eines Sys­tems, das Wider­spruch nicht dul­de­te. Hübe­ner wur­de für sei­ne Flug­blät­ter vom NS-Regime ver­ur­teilt und im Alter von 17 Jah­ren hin­ge­rich­tet. Ein­zel­ne Bil­der und Doku­men­te wirk­ten dabei über den Moment hin­aus nach.

Im wei­te­ren Ver­lauf öff­ne­te sich der Blick über die his­to­ri­sche Situa­ti­on hin­aus: Es ging um Unter­schie­de zwi­schen Dik­ta­tur und Demo­kra­tie, um Hand­lungs­spiel­räu­me und auch dar­um, dass Ent­schei­dun­gen nicht erst im Aus­nah­me­zu­stand begin­nen. Wider­stand erschien dabei nicht nur als spek­ta­ku­lä­rer Akt, son­dern auch in sei­nen lei­se­ren For­men: im Hin­ter­fra­gen, im Nicht-Mit­ma­chen, im bewuss­ten Positionieren.

Rück­bli­ckend bleibt Hel­muth Hüben­ers Geschich­te für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler als etwas, das Nähe her­ge­stellt hat – emo­tio­nal wie gedank­lich. Sie hat ange­sto­ßen, über eige­ne Mög­lich­kei­ten nach­zu­den­ken, über Ver­ant­wor­tung im Klei­nen wie im Gro­ßen und über den Wert einer Demo­kra­tie, die Schutz­raum und zugleich Auf­ga­be ist.

Fotos: Uta Becker

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