Gedenkfeier zum Volkstrauertag 2019

Bewe­gen­de Reden hiel­ten Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Ober­stu­fe bei der Zen­tra­len Gedenk­stun­de zum Volks­trau­er­tag. Musi­ka­lisch unter­stützt wur­den sie bei der Gedenk­fei­er am Süd­fried­hof vom Blech­blä­ser­en­sem­ble der Elly-Heuss-Schu­le.

Nach einer Anspra­che von Frau Stadt­ver­ord­ne­ten­vor­ste­he­rin Chris­ta Gabri­el und dem musi­ka­li­schen Vor­trag zwei­er Kom­po­si­tio­nen von Micha­el Prae­to­ri­us bzw. Johann Sebas­ti­an Bach durch das Elly-Heuss-Blä­ser­en­sem­ble for­mu­lier­ten Ame­lie Koch, Quen­tin Ste­phan, Ero­na Sha­la, Yas­mi­ne Aamer, Luci­na Wol­de­ab, Febe Buc­cie­ro, Maya Lem­berg und Char­lot­te Stier ein­dring­li­che Wor­te zum The­ma Frie­den, Tole­ranz und Inte­gra­ti­on sowie zur Not­wen­dig­keit des Geden­kens.

Ame­lie Koch erin­ner­te an die Schre­cken des Krie­ges und der dar­aus resul­tie­ren­den Not­wen­dig­keit, sich die­ser Schre­cken bewusst zu wer­den, um den Frie­den wert­zu­schät­zen. „Um also wirk­lich die Erin­ne­rung an jene bereits zu Scha­den Gekom­me­nen in Ehren zu hal­ten und ihr Andenken zu wah­ren, müs­sen wir nicht die Ver­gan­gen­heit als Ver­gan­ge­nes betrach­ten, son­dern aus den Feh­lern der Men­schen vor uns ler­nen und das, was wir dar­aus wis­sen, auf unser Jetzt anwen­den“. Und wei­ter: „Die Stär­ke der Men­schen liegt in ihrem Zusam­men­halt und in ihrer Empa­thie. So soll­ten wir, anstatt Men­schen in Not aus Euro­pa fern­zu­hal­ten, anstatt Mau­ern zwi­schen uns zu bau­en, die unse­re Vor­fah­ren müh­sam ein­ge­ris­sen hat­ten und anstatt ande­re Men­schen auf­grund ihres Anders­seins zu ver­ur­tei­len, uns unse­rer Mensch­lich­keit bewusst wer­den und denen jetzt hel­fen, die wir ansons­ten bei einem kom­men­den Volks­trau­er­tag in unse­re Gebe­te ein­schlie­ßen müss­ten.“

Ero­na Sha­le und Yas­mi­ne Aae­mer spra­chen über Dank­bar­keit und Loya­li­tät. Auch sie beton­ten die Wich­tig­keit eines Gedenk­ta­ges aus Grün­den des Respekts den Mil­lio­nen Opfern von Krieg und Gewalt und als wesent­li­che Stüt­ze der Erin­ne­rung, aber eben auch als Sym­bol des Frie­dens, wel­chen wir schüt­zen und erhal­ten müs­sen. Sie dis­ku­tier­ten die Fra­ge, wie der Frie­den erhal­ten blei­ben kön­ne, und sie beant­wor­te­ten eben­die­se Fra­ge, dass die­ses durch gesell­schaft­li­che Inte­gra­ti­on, durch die Inter­ak­ti­on zwi­schen den Men­schen und schließ­lich auch durch Loya­li­tät und Dank­bar­keit gegen­über der Gesell­schaft zu errei­chen sei. Sie ende­ten mit den Wor­ten: „Wir alle kön­nen uns dafür ein­set­zen, dass die Gräu­el­ta­ten des Krie­ges nie wie­der auf deut­schem, euro­päi­schem oder irgend­ei­nem Boden auf die­sem Pla­ne­ten statt­fin­den wer­den. Wir alle müs­sen es als unse­re Auf­ga­be ver­ste­hen, Men­schen­le­ben zu ret­ten, anstatt sie zu ver­nich­ten.“

Igno­ran­ce, allied with power, is the most fero­cious ene­my jus­ti­ce can have.“ – „Igno­ranz, ver­bun­den mit Macht, ist der grau­sams­te Feind, den die Gerech­tig­keit haben kann.“ Mit die­sen Wor­ten von James Bald­win begann Luci­na Wol­de­ab ihren Rede­bei­trag. Sie lei­te­te über zur Wich­tig­keit von Tole­ranz, wel­che sich anzu­eig­nen sei, um einem Jedem ein fried­li­ches und gerech­tes Leben zu gewähr­leis­ten. Sie hob her­vor, dass nicht nur den Kriegs­to­ten und Opfern von Gewalt­be­reit­schaft und Gewalt­herr­schaft, son­dern auch denen von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung zu geden­ken und zukünf­tig die Zahl der Opfer zu mini­mie­ren sei. Sie schloss ihre Rede mit einem wei­te­ren Zitat von James Bald­win: „Not ever­ything that is faced can bei chan­ged, but not­hing can be chan­ged until is faced. – Nicht alles, was kon­fron­tiert wird, kann geän­dert wer­den, aber nichts kann geän­dert wer­den, bis es kon­fron­tiert wird.“

Sehr ein­dring­lich spra­chen außer­dem Quen­tin Ste­phan und Febe Buc­cie­ro. Char­lot­te Stiers Bei­trag bil­de­te die Schluss­re­de, in der sie über die Bedeu­tung des Frie­dens refe­rier­te. „Ech­ter Frie­den muss dyna­misch und an die Her­aus­for­de­run­gen jeder neu­en Genera­ti­on anpass­bar sein. Er muss auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne erreicht und auf­recht­erhal­ten wer­den. Wir koexis­tie­ren auf einem Pla­ne­ten und müs­sen im Stre­ben nach Frie­den und Har­mo­nie den Glo­ba­lis­mus wert­schät­zen.“ Und schließ­lich: „Frie­den ist gesi­chert durch Hin­ga­be an das eige­ne Land und Hin­ga­be (…) an die Mensch­heit. Auf unse­rem Pla­ne­ten sind wir eins.“

ub

sie­he auch: Volks­trau­er­tag Wies­ba­de­ner Tag­blatt

 

Fotos: U. Becker, A. Koch

 

 

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